Deutsches Jugendinstitut und Missbrauchsbeauftragter stellen Monitoring-Bericht zur Prävention sexueller Gewalt vor

Obwohl viele Institutionen den Schutz vor sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen verbessert haben, fehlen oft noch umfassende Schutzkonzepte. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse des Monitoring-Berichts „Kinder und Jugendliche besser schützen – der Anfang ist gemacht.

Das DJI befragte zwischen 2015 und 2018 im Auftrag des UBSKM Leitungen und Fachkräfte in fast 5.000 Einrichtungen im Bereich Kita, Schule oder ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung, welche Schutz- und Hilfeangebote sie einsetzen und auf welche Schwierigkeiten sie bei der Umsetzung stoßen.

Der UBSKM und das DJI haben den Abschlussbericht "Kinder und Jugendliche besser schützen - der Anfang ist gemacht. Schutzkonzepte gegen sexuelle Gewalt in den Bereichen: Bildung und Erziehung, Gesundheit, Freizeit" auf der Grundlage des Monitorings zum Stand der Prävention sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen in Deutschland 2015-2018 Anfang September veröffentlicht.

Es wurden diverse Kurzmaterialien entwickelt, die einen schnellen Überblick zu den wichtigsten Ergebnissen liefern. Der Bericht selbst umfasst 238 Seiten. Anbei finden Sie ausgewählt das Handout zum Monitoring mit einer kurzen Übersicht zur Untersuchung, Zahlen und Fakten zu sexueller Gewalt an Minderjährigen und die Factsheets zu den Bereichen Heime und Freizeit.

Weitere vier Factsheets beleuchten die Bereiche Kindertageseinrichtungen Schule, Internate, Gesundheit.

Alle Materialien im Überblick finden Sie hier: https://www.dji.de/medien/aktuelles/news/article/schutz-vor-sexuellem-missbrauch.html
Der Abschlussbericht steht hier kostenlos zum Download zur Verfügung: https://www.dji.de/ueber-uns/projekte/projekte/monitoring-zum-stand-der-praevention-sexualisierter-gewalt-an-kindern-und-jugendlichen/projekt-publikationen.html

In den Factsheets finden sich gute Anregungen, welche Faktoren förderlich und hemmend bei der Erstellung und Umsetzung von Schutzkonzepten sind.

Für den Bereich der "Heime und weitere betreute Wohnformen" wurden insgesamt 1878 Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe für die quantitative Befragung angefragt. 442 Antworten von Einrichtungsleitungen sind in die Auswertung eingeflossen.

Zentrales Ergebnis der quantitativen Befragung ist: Im Mittel haben die befragten Einrichtungen neun der zehn abgefragten Elemente von Schutzkonzepten implementiert. Jede dritte Einrichtung verfügt bereits über ein umfassendes Schutzkonzept. Die meisten anderen Einrichtungen haben mehrere Elemente von Schutzkonzepten umgesetzt. Im Vergleich zur vorherigen Monitoringwelle ist ein Anstieg von Acht Prozentpunkten derjenigen Einrichtungen zu verzeichnen, die angaben, ein umfassendes Präventionskonzept zu besitzen, während der Anteil der Einrichtungen, die bisher nur einzelne Maßnahmen zur Prävention nutzten, im aktuellen Monitoring zurückgegangen ist. Zusätzlichen Unterstützungsbedarf haben knapp 50 % der befragten Einrichtungen in Bezug auf Informationsmaterialien, Fortbildungen und Risikoanalyse. Insgesamt lassen sich 39,4  Prozent als Einrichtungen mit fortgeschrittener Schutzkonzeptpraxis identifizieren. In diesen Einrichtungen besteht eine hohe Akzeptanz von bereits eingeführten Elementen von Schutzkonzepten.

Für den Bereich "Freizeit - Religiöses Leben und Kinder- und Jugendarbeit" unterteilt sich die Befragung in einen Bereich der religiösen Angebote in Gemeinden/Pfarreien und Angebote der Sportvereine, Jugendverbände, Einrichtungen kultureller Jugendbildung, und Anbieter von Jugendreisen und Schüleraustausch. Die Untersuchung gilt also weniger für die sonstigen wohlfahrtlichen Angebote der Kinder- und Jugendarbeit. Die Ausführungen beziehen sich auf die einzelnen benannten Bereiche und lassen sich nicht einfach in Kürze zusammenfassen. Hier bietet es sich an, detaillierter in den Abschlussbericht zu schauen.