Pressemeldung: Frauenhäuser brauchen Klarheit. Zahl der Hilfesuchenden steigt, Finanzierung der Angebote stagniert seit Jahren

Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November fordert der Paritätische Mecklenburg-Vorpommern eine auskömmliche Finanzierung von Frauenhäusern im Land, um den stetig steigenden Bedarf an Hilfe und Unterstützungsleistung, aber auch die gestiegenen Lebenshaltungskosten und die allgemeine Lohnentwicklung finanzieren zu können.

„Die Zahl der Hilfesuchenden in Frauenhäusern und Beratungsstellen ist immens gestiegen, nicht zuletzt aufgrund der Flüchtlingssituation“, sagt Friedrich Wilhelm Bluschke, Vorsitzender des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern. „Wie im gesamten  zuwendungsfinanzierten Bereich gibt es auch für diese Hilfsangebote seit mehreren  Jahren nicht mehr Geld vom Land. Da hinsichtlich des Bedarfes ein breiter Konsens mit dem Land besteht, muss jetzt logischerweise auch die Finanzierung gesichert werden.“

Nach statistischen Angaben ist die Zahl der Hilfesuchenden von 3869 im Jahr 2015 auf 4246 im Jahr 2016 gestiegen. Dabei ist die konkrete Zahl von Opfern häuslicher und sexualisierter Gewalt aufgrund der Dunkelziffer weitaus höher. Träger und Sozialverbände appellieren seit langem immer wieder an die Landesregierung, die Mittel im Doppelhaushalt 2018/2019 für Beratungs-und Hilfsangebote zu erhöhen, damit die Angebote erhalten bleiben können. „Die Beraterinnen und Berater im Hilfenetz hinken der tariflichen Lohnentwicklung um bis zu 48 Prozent hinterher, langsam wissen wir nicht mehr, was wir noch tun sollen“, sagt Ulrike Bartel, Geschäftsführerin des Vereins Frauen helfen Frauen in Rostock. „Wir fühlen uns von der Landespolitik im Stich gelassen. Wie sollen wir unter diesen Bedingungen unseren Arbeitsauftrag, Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt zu schützen, erfüllen?“

Von ursprünglich 17 Frauenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern existieren nur noch neun. Für Opfer von Gewalttaten sollen diese neun Anlaufstellen jetzt flächendeckend reichen.

Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen wurde 1999 offiziell von den Vereinten Nationen ausgerufen. Er soll alljährlich am 25. November das öffentliche Interesse auf die Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen und Mädchen lenken und Strategien zur Bekämpfung in den Mittelpunkt rücken.

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